16. September 2021

Von großer Verzweiflung und kleinen Wundern

So könnte die Geschichte des jungen Alidou (Name geändert) aus Bobo-Dioulasso in Burkina Faso zusammengefasst werden. Der heute 20-Jährige erkrankte vor einigen Jahren an einer schweren Psychose mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen.

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03. September 2021

Sommer, Sonne? Regen!

Der verregnete Sommer 2021 war für Deutschland vielfach Anlass zum Jammern, bis hin zur Überschwemmungskatastrophe im Ahrtal. Für Westafrika ist der üppige Regenfall diesen Jahres jedoch ein Segen: die lebenswichtige Ernte in der Regenzeit versorgt nicht nur die bäuerlichen Haushalte, sondern auch die meisten unserer Partnerzentren mit notwendigen Lebensmitteln.

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13. August 2021

Ein anderes Leben ist möglich

Der Titel eines zweiseitigen Artikels in der nationalen Tageszeitung SIDWAYA beschreibt auf sehr anschauliche Weise das Leid, aber auch die mögliche Hilfe für psychisch erkrankte Menschen.

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02. August 2021

„Der Wechsel allein ist das Beständige“

Wir erleben gerade einen großen Wandel im Freundeskreis: der Gründer und aktiv treibende Kraft des Vereins und seit vielen Jahren im Vorstand, Wolfgang Bauer, zieht sich nach fast 19 Jahren aus der Vorstandsarbeit zurück. Er hat unglaublich viel bewirkt und bewegt, mit unendlicher Geduld und Energie viele Menschen aufgerüttelt, berührt und motiviert, sich des schwierigen Themas der psychischen Erkrankungen in Westafrika anzunehmen.

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12. Mai 2021

Hexerei und Hitze, was eine Mischung

Aber Marion Krieg ist vieles gewohnt. Die Reutlinger Sozialarbeiterin leitet eine viertägige Fortbildung in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou und dort hat es 42 Grad im Schatten. Sie ist für den Reutlinger Freundeskreis St. Camille/Kettenmenschen im Einsatz, zusammen mit dem burkinischen Soziologen Oumar Sangaré vom lokalen Büro der Christoffel Blindenmisison.

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Kein Halbgott in Weiß

Kein Halbgott in Weiß – aber für die Patienten von St. Camille in Bouaké sicher der wichtigste Mann in unserem Partnerzentrum: voilà Albert ! Der Fachkrankenpfleger für Psychiatrie ist eigentlich schon seit 2017 in Pension und könnte seinen wohlverdienten Ruhestand genießen.

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31. Januar 2021

Zugegeben, wir wurden allmählich sehr nervös

Zugegeben, wir wurden allmählich sehr nervös. Für eine starke Summe von 7500 Euro hatten wir im Herbst Psychopharmaka für unser Partnerzentrum in Korhogo, Elfenbeinküste, bestellt. Die NGO Apotheke „Action Medeor“ in Nordrhein-Westfalen hatte logistisch geholfen, und am 25.11. letzten Jahres brachte eine Frachtmaschine der Air Ghana die Palette mit Medikamenten nach Abidjan, der großen Küstenmetropole des Landes. Und dort, obwohl sie dringend in Korhogo benötigt wurde, von mehr als 1200 PatientInnen, blieb sie dann hängen. Im Lagerhaus des Zolls.

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18. Januar 2021

Lockdown in Ketten

Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Anliegen nicht mehr ganz alleine stehen. Ganz langsam, allmählich, findet die humanitäre Katastrophe der psychischen Erkrankungen in Afrika weltweit mehr Gehör. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), die sonst die Gewaltverbrechen autokratischer Regimes untersucht, hat im vergangenen Jahr eine beeindruckende, verstörende Studie zur Kettenplage erarbeitet. Aber immer noch ist es ein weiter Weg bis auch die Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland und Europa dieses massenhafte Leid als wichtiges Thema begreift und sich des Problems annimmt. Das Bohren von Brunnen wird seit Langem gefördert, die Psychiatrie aber immer noch fast komplett ignoriert. Wir brauchen mehr Lobbyarbeit!

https://www.hrw.org/de/news/2021/01/18/lockdown-ketten

28. Dezember 2020

„Wir versuchen ihnen hier die Würde zurückzugeben.“

Ein großer Tag für unsere Partner im ivoirischen Korhogo! Die Auftaktveranstaltung zu einem neuen, von uns finanziertem Projekt, das die Versorgung psychisch Kranker, die drogenabhängig sind, verbessern und die ambulante Betreuung in den Dörfern stärken soll. Ein Tag der offenen Tür, noch kurz vor Weihnachten (Corona-Fälle gibt es in der Region bislang zum Glück nur sehr wenige). 50 Besucher waren gekommen, darunter der Vertreter des Präfekten und höchstpersönlich der Polizeipräsident. Ersterer lobte die Arbeit des Zentrum, das im Norden der Elfenbeinküste das einzige ist. „Oft werden die Menschen nackt und in Ketten zu uns gebracht“, erklärte die Leiterin Janine Sein in ihrer Rede. „Wir versuchen ihnen hier die Würde zurückzugeben.“

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21. Dezember 2020

Bericht über uns im Focus

Das Focus Magazin berichtet über uns und unsere Projekte in der aktuellen Ausgabe. Ein tolles Weihnachtsgeschenk!

09. Dezember 2020

15 Jahre an der Kette

Zu Beginn der Adventszeit vor anderthalb Wochen befreiten MitarbeiterInnen von St.Camille in Burkina Faso diese Frau. Angeblich 15 Jahre lang hatte sie an der Kette gelebt – nur weil sie psychisch krank war. Sie wird jetzt in einem der Zentren behandelt.

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17. November 2020

Drei Dinge, die fast gleichzeitig passiert sind

In dieser Woche sind ganz verschiedene Dinge gleichzeitig passiert. Per Luftfracht hat eine größere Medikamentenlieferung unser Partnerzentrum in Bobo-Dioulasso erreicht. Wir haben die Medikamente mit Hilfe vieler Einzelspenden finanziert, die Action Medeor (eine Apotheke für Krisenländer mit Sitz im deutschen Tönisvorst) hat geliefert. Die Lieferung war in Bobo bereits dringend erwartet worden.

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02. November 2020

„Wir wissen nicht weiter“

„Wir wissen nicht weiter“, sagten uns die Mitarbeiter unseres Partnerzentrums im ivorischen Korhogo vor zwei Jahren. Die kleine Psychiatrie, die den gesamten Norden der Elfenbeinküste abdeckt, hat schon viele Herausforderungen bestritten, darunter Bürgerkriege und Plünderungen, diese Krise aber, sagten die Mitarbeiter, drohten das Zentrum zu überfordern: die Schwemme an Drogen, die derzeit fast alle westafrikanischen Länder in katastrophalem Ausmaß heimsucht. Die Krankenschwestern Janine Sein und Gisèle Kanzamé, die sich auf psychiatrische Erkrankungen spezialisiert haben, sehen sich in letzter Zeit immer häufiger mit Patienten konfrontiert, die sowohl an Persönlichkeitstörungen erkrankt als auch drogenabhängig sind.

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10. Oktober 2020

Internationaler Tag der psychischen Gesundheit

Internationaler Tag der psychischen Gesundheit: 10. Oktober. #WorldMentalHealthDay
„Mein größter Traum ist es, eine feste Arbeit zu finden. Ich liebe es, auf dem Bau auszuhelfen. Aber ich höre immer noch diese Stimmen. Das hat angefangen, als ich 18 Jahre alt war und zum ersten Mal mein Dorf verlassen hatte. Ich war in die Stadt gezogen, um dort zu arbeiten. Dann waren plötzlich die Dämonen da. Sie flüsterten mir zu. Ich verstand nicht, was sie sagten.

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28. August 2020

Kampf dem Stigma

Ängste nehmen. Verständnis aufbauen. Aufklärung ist zentral in einer Gesellschaft, in der der Glauben an Dämonen tief verankert ist und psychische Erkrankungen nicht als Krankheiten wahrgenommen werden, sondern als Zeichen von Besessenheit.

Letzte Woche bekam Blaise Sandouidi, der Gründer der kleinen Psychiatrie-Initiative in Boulsa, Burkina Faso, Besuch vom Fernsehen: Die „Tagesschau“ des Landes berichtete über den „Tag der Hygiene“, bei dem die kleine Hilfsorganisation Kranke, die auf der Straße leben, wäscht, rasiert, ihnen neue Kleider schenkt. So oft wie möglich verbindet Sandouidi seine Aktivitäten mit Aufklärungskampagnen.

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18. August 2020

Sie beschlossen die junge Frau zu fixieren – unter freiem Himmel, am Rand des Dorfes

Es ist unklar, wie lange Monica* an der Kette gelebt hatte. War es ein Monat, war es ein halbes Jahr? Ihre eigene Mutter hatte die damals 20-Jährige im Dorf Brobo in der Elfenbeinküste an einen großen Baumstamm fesseln lassen. Eine übliche und fürchterliche Methode: In das Holz wird eine tiefe Kerbe gesägt, in die dann das Bein des Kranken gezwungen wird – manchmal auch beide Beine. Mensch und Holz werden dann mit Kabeln oder Metallstangen miteinander verschränkt, so dass der Kranke/die Kranke sich nur noch mit dem Baumstamm durchs Dorf bewegen bzw. rutschen kann.

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