Dezember 2021

Heißer Herbst in Sachen Lobbyarbeit für psychisch Kranke

Unsere Partner in Westafrika haben die letzten zwei Monate richtig Druck auf ihre Regierungen, die Behördenvertreter vor Ort und fachliche Institutionen aufgebaut: Sie müssen sich mehr für die Situation psychisch kranker Menschen einsetzen und die Arbeit der privaten Akteure besser unterstützen – politisch, personell und natürlich auch finanziell!

Gleich drei Veranstaltungen in unseren beiden Partnerländern machen deutlich, dass der Staat sich nicht aus seiner Verantwortung für die nationale Gesundheitsfürsorge stehlen kann.

Fachkonferenz in Abidjan
Anlässlich des internationalen Tags der psychischen Gesundheit (10.Oktober) wurde am 12. Oktober diese Veranstaltung organisiert, die sich unter aktiver Beteiligung gemeinnütziger wie staatlicher Organisationen für eine engere Zusammenarbeit einsetzte. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Berücksichtigung menschenrechtlicher Aspekte in der Psychiatrie – eines unserer großen Anliegen seit Vereinsgründung! Diese erste Kooperation mit der Nichtregierungsorganisation „Vivre sans Violence“ (Leben ohne Gewalt“) war sehr ermutigend und soll weitergeführt werden: als gemeinsame Lobbyarbeit nicht-staatlicher Akteure gegenüber der ivorischen Regierung.

Nationaler Tag der psychischen Gesundheit in Boulsa
Einen großen Erfolg konnte unsere Partnerorganisation ADIG  aus Boulsa/Burkina Faso verbuchen: sie richtete die offizielle Zeremonie zu diesem Gedenktag am 19. November aus, unter massiver Beteiligung hoher staatlicher Vertreter. durchgeführt. Eine wunderbare Gelegenheit, um nicht nur die engagierte Arbeit von ADIG angemessen präsentieren zu können, sondern auch das Gesundheitsministerium und andere Behörden an ihre Verantwortung zu erinnern! Erste Erfolge in Form konkreter Zusagen zur Unterstützung von ADIG belohnten die aufwendigen Vorbereitungen.  

Tag der offenen Tür im CJK

Das Centre Jubilé in Korhogo/Elfenbeinküste lud am 27. November zum zweiten Mal zur öffentlichen Besichtigung und Diskussion ein. Wichtigstes Thema war die Problematik des steigenden Drogenmissbrauchs in der Region, besonders im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen. Diese Problematik stieß auf großes Interesse von Seiten der staatlichen Institutionen vor Ort, die z.T. hochrangig vertreten waren und sich intensiv an der Diskussion beteiligten. Es besteht also Hoffnung, dass sie die laufenden Maßnahmen unserer Partnerorganisation zukünftig tatkräftig unterstützen werden, z.B. dass sich die Zusammenarbeit mit der Polizei  verbessert wird und dass sich die regionale Gesundheitsbehörde für eine bessere Medikamentenversorgung stark macht!

Wir sind stolz, dass sich unsere Partner in beiden Ländern so engagiert und hartnäckig dafür einsetzen, dass die Versorgung psychisch Kranker nicht allein auf den Schultern gemeinnütziger Organisationen  liegt, sondern die zuständigen Behörden in die Pflicht genommen werden. Damit arbeiten wir gemeinsam daran, nachhaltig eine Verbesserung der Situation der Betroffenen zu erreichen!

02.12.2021
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