Wie wir helfen

Wir helfen, indem wir lernen. Wir lernen, indem wir von unseren afrikanischen Partnern lernen, und sie von uns. In der Psychiatrie gibt es selten einfachen Lösungen, weder in Europa und schon gar nicht in Afrika.

Nach ihrer Befreiung gehen die Kranken einen langen Weg zurück in die Normalität. Ihre Augen müssen sich an die Helligkeit gewöhnen, ihr Körper lernt das Stehen und Laufen neu. Sie bekamen in der Gefangenschaft häufig Abfall zu essen, jetzt müssen sie sich auf normale Nahrung umstellen. Sie müssen ihre Sprache wieder finden und die Gesellschaft anderer Menschen ertragen lernen.

Die ersten Monate verbringen die ehemaligen Kettenmenschen und die Kranken, die oft über viele Jahre ein Leben als Obdachlose geführt hatten, oft von der „gesunden“ Bevölkerung von Ort zu Ort gejagt wurden in sogenannten „Willkommenszentren“, die die meisten unserer Partner betreiben. Schutzzonen, „Aufwachräume“, wo man sie zunächst wäscht, ihre Fingernägel schneidet, sie von Parasiten und Würmern befreit. Sie begegnen hier oft zum ersten Mal Psychiatern und Pflegern, die ihre Krankheitsbilder zu erkennen versuchen. Im Unterschied zu den staatlichen Krankenhäusern und den traditionellen Heilern ist die Behandlung und Unterbringung in den Zentren unserer Partner für die Patienten kostenlos. So kritisch der Einsatz von Psychopharmaka berechtigterweise in Europa diskutiert wird, so segensreich wirken die Medikamente bei diesen Patienten, von denen viele nun wieder ein normales Leben führen können. Die Integration in die Patientengemeinschaft ist mindestens so wichtig. In den Zentren gibt man den Ausgestoßenen wieder die Hand, umarmt sie, spielen Kinder mit von der Kette befreiten Frauen. Allmählich beginnen die Kranken Verantwortung innerhalb der Gemeinschaft zu übernehmen. Das System „Dorfgemeinschaft“ beginnt zu wirken. Die Kranken arbeiten mit als Köchinnen, Betreuer, sie helfen beim Putzen der Unterkünfte oder beim Waschen.

Zur langfristigeren Behandlung dienen Rehabilitationszentren. Eine große Herausforderung. Wie kann man Menschen, die zutiefst traumatisiert sind, immer noch an sich selbst zweifeln, unter Rückfällen leiden, von einem Großteil der Gesellschaft wie Aussätzige gemieden werden, wie kann man diese Menschen wieder in eben diese Gesellschaft integrieren? Wie können sie es schaffen, ihr Leben langsam wieder in die eigene Hand zu nehmen. Wir unterstützen unsere Partner im Aufbau dieser Reha-Zentren, wo Kranke ausgebildet werden, im Weben, dem Backen, dem Anbau unterschiedlicher Wirtschaftspflanzen und der Aufzucht von Schweinen und Hühnern. Für diese Arbeit werden sie entlohnt – oft das erste selbst verdiente Geld ihres Lebens.

  • Wir unterstützen unsere Partner mit Psychopharmaka, ohne die eine weitergehende Hilfe oft nicht möglich wäre.
  • Wir fördern und organisieren medizinische und therapeutische Weiterbildungen mit ehrenamtlichen Fachkräften aus Deutschland und Fachkräften sowie Freiwilligen in den Partnerzentren.
  • Wir finanzieren die Arbeit von Psychiatern und Fachkrankenpflegern.
  • Wir bauen.
  • Wir sind leider auch gezwungen, die Ernährung der Kranken durch Zukäufe von Gemüse, Fisch und Fleisch zu verbessern, da in einigen Zentren die Not sehr groß ist.

In den fast zwei Jahrzehnten unserer Aktivitäten konnten wir – grob geschätzt – 20 000 Menschen helfen.